Warum auf CE-Zeichen kein Verlass ist

Nur Komponenten mit CE-Zeichen zu verwenden, löst keine EMV-Probleme

2 Annahmen – 1 Problem

„Wir verwenden nur Bauteile mit CE-Zeichen. Bestehen aber die EMV trotzdem nicht. Wie kann das sein?“

„Wir haben den EMV-Test bestanden. Wenn unser Kunde EMV-Probleme im System hat, liegt es an seinem Part.“

Nein, es ist nicht ausreichend, Einzelkomponenten, die alle ein CE-Zeichen tragen, zusammenzubauen.

❗CE plus CE ergibt nicht automatisch CE❗

Sogar eher selten.

Gründe gibt es mehrere.

Heute: unterschiedliche Impedanzen an den Schnittstellen

Situation beim EMV-Test einer Komponente

Die EMV-Normen können die EMV-Prüfungen nicht umfassend definieren, z.B. welche Last am Ausgang anzuschließen ist.

Der Hersteller einer Komponente wird in der Regel nicht in der Lage sein, die Last allgemeingültig zu definieren.

Er weiß nicht in jedem Einzelfall, wo seine Komponente eingesetzt wird.

Er wird sich aber auch nicht das Leben schwer machen und eine sehr komplexe Last verwenden.

Eine konstante Impedanz über der Frequenz ist leider ein Wunschtraum.

Impedanzen sind von vielen Parametern abhängig.

Über der Frequenz sind sie nie konstant.

Einfluss der Impedanzen auf den Störstrom. Fall 1: Impedanz an 1. Komponente größer.

Steigt bei einer bestimmten Frequenz die Impedanz der Komponente A, so steigt der (Stör-)Strom. Die Störaussendung nimmt zu.
Die eingekoppelte Störung nimmt dagegen ab, da das Verhältnis von Störstrom zu Nutzstrom kleiner wird.

Einfluss der Impedanzen auf den Störstrom. Fall 2: Impedanz an 1. Komponente kleiner.

Umgekehrt kehren sich die Verhältnisse um, wenn bei einer bestimmten Frequenz die Impedanz der Komponente A gegenüber der Komponente B abnimmt.

Einfluss der Impedanzen auf den Störstrom. Über der Frequenz resultiert dies in einer sich permanent ändernden Impedanz

Es treffen also immer 2 Impedanzen aufeinander, die sich auf beiden Seiten der Schnittstelle ständig ändern.

Die Realität: Alle Komponenten haben Einfluss, je nach Frequenz mal mehr, mal weniger

Das Endergebnis wird daher immer von beiden Komponenten beeinflusst.

Impedanzsprünge
Ursache der meisten EMV-Probleme

auch auf Ebene der Leiterplatten und der Verkabelung

mehr dazu erfahren Sie im Beitrag zur Frage
‚Wie viel Leiterplatten verwenden?‘

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Autorin: Martina Kreutz

Ich bin Dipl.-Ing. (FH) der Elektrotechnik, Gründerin der KREUTZ EMV GmbH, zertifizierte Projektleiterin (GPM) und Sprecherin auf verschiedenen Fachkonferenzen.
Seit 1996 brenne ich für die EMV. In über 100 Projekten habe ich die EMV ins Ziel gebracht.

Als Consultant löse ich heute die EMV-Probleme meiner Kunden und zeige ihnen, wie sie diese in Zukunft vermeiden können.

Neben der Lösung ist mir wichtig, auch die Ursachen aufzuzeigen. Nur wer die Ursachen und Zusammenhänge kennt, kann EMV-Probleme in Zukunft vermeiden.

Mein Ansatz: EMV ist Teamarbeit. Viele Beteiligte sind sich ihres Einflusses nicht bewusst.
Wenn man sie ins Boot holt und mit der EMV am Anfang des Projektes beginnt, werden die EMV-Tests meist auf Anhieb bestanden.

Hierfür habe ich meinen eigenen Prozess entwickelt, der sich leicht in die Entwicklungsprozesse der Firmen integrieren lässt.